Konkret fordert die FDP beim Kreis die sofortige Anlage eines Katasters mit allen Flurstücken, die in der Vergangenheit mit der Firma Bernemann als Auftragnehmer öffentlicher Stellen im Kreis oder als Auftragnehmer von Privaten in Verbindung gebracht werden können. Hierzu sei ein mit den zehn Städten im Kreis Recklinghausen abgestimmtes Vorgehen notwendig. Zudem fordern die Liberalen eine schnellstmögliche Beprobung dieser Flächen auf Initiative des Kreises und eine Information über die Analyseergebnisse an die Grundstückseigentümer.
Hierzu FDP-Kreisvorsitzender Mathias Richter: „Der Kreis selbst nennt als wichtigste Aufgabe seiner Unteren Bodenschutzbehörde den „vorsorgenden“ Bodenschutz sowie den Schutz der Menschen und des Grundwassers. Deshalb sollte er jetzt auch vorsorglich handeln und die in Frage kommenden Flächen in sein Kataster für Altlasten und altlastenverdächtige Flächen eintragen und untersuchen. Nach meiner Kenntnis ist der Kreis dazu gemäß §§ 7,8 des Landesbodenschutzgesetzes NRW auch verpflichtet, sobald ein Altlastenverdacht vorliegt.“ Zudem solle der Kreis eine Informationsstelle für Betroffene einrichten und gemäß Landesbodenschutzgesetz Bürgern mit berechtigtem Interesse Auskunft erteilen.
Der schnellste Weg, Klarheit über Flächenbelastungen zu erhalten, wäre nach Auffassung der FDP jedoch eine umfassende Selbstauskunft durch die Akteure und Firmen, die sich an der mutmaßlich illegalen Verbringung von Altlasten beteiligt haben. Schon jetzt weist die FDP darauf hin, dass in Kürze erste Sanierungsarbeiten anstehen könnten. Daher sollten sich die zuständigen öffentlichen Stellen bereits Gedanken über Zeitpunkt und Kostenbelastungen für unabweisbare Sanierungspläne machen. Aufgrund der landesweiten Tragweite des Skandals soll sich auf Initiative der FDP auch der Landtag in Düsseldorf mit den Vorfällen und bisherigen Erkenntnissen befassen.